Pressespiegel
Juli 2010Rottenburger Post: »Krisenjahr gut gemeistert« - Die Giba feierte ihr 30-jähriges Bestehen und den Umzug nach Wendelsheim
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Dezember 2008
Rottenburger Post: »Keine Dunstglocke« - Rottenburger Ausbildungsgesellschaft bringt junge Leute erfolgreich in Arbeit
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Juni 2007
Interview mit den Teilnehmenden im Netzwerk 48plus
Befragungsergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung.
Februar 2007
Weg vom isolierten Ein-Euro-Job
(Text Michael Hahn)
"AQuA" bei GIBA: Beschäftigungsgesellschaft bildet junge Erwerbslose zum Industriemechaniker aus.
ROTTENBURG. "AQuA" heißt das neue Programm, das die Rottenburger Beschäftigungsgesellschaft GIBA für junge Erwerbslose entwickelt hat. Ins kalte Wasser muss man dabei aber nicht springen. Die sechs jungen Männer haben schon einige (frustrierende) Erfahrungen mit Schule, Lehre und Job gemacht. Bei GIBA absolvieren sie jetzt, mit sozialpädagogischer Unterstützung, eine zweijährige Umschulung zum Industriemechaniker.
30 Auszubildende lernen derzeit in der ehemaligen Hüller-Lehrwerkstatt in der Rottenburger Siebenlindenstraße, sagt Wolfgang Hesse, der Geschäftsführer der gemeinnützigen GIBA (Gesellschaft für Integration, Beschäftigung und Ausbildung). Und gleich noch eine Abkürzung: Sechs dieser Azubis absolvieren "AQuA" (Arbeit, Qualifizierung, Ausbildung), eine zweijährige Umschulung zum Industriemechaniker, die Hesse gemeinsam mit dem Job-Center der Tübinger Arbeitsagentur entwickelt hat. Demnächst sollen auch die Neue Arbeit in Tübingen sowie die Bruderhaus-Diakonie und Pro Labore in Reutlingen dieses Programm übernehmen.
Bei der Arbeitsagentur läuft "AQuA" als Umschulung. Denn die sechs Männer zwischen 18 und 25 Jahren sind eigentlich schon zu alt für die meisten regulären betrieblichen Ausbildungsgänge. Sie haben alle nur mit Ach und Krach die Schule abgeschlossen, manche haben ein so genanntes Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) absolviert, eine andere Lehre abgebrochen oder irgendwo als Ungelernte gejobbt. Wolfgang Hesse fasst ihre Ausgangslage ganz nüchtern zusammen: "Für diese Jugendlichen war die berufliche Karriere eigentlich schon beendet."
In den Statistiken über fehlende Lehrstellen tauchen diese jungen Männer gar nicht mehr auf. Denn bei der Arbeitsagentur laufen sie nicht als "ausbildungssuchend", sondern als "erwerbslos". So bekommen sie 345 Euro Arbeitslosengeld im Monat ("ALG2"). Viele landen in irgendwelchen Warteschleifen oder in kurzfristigen Trainingsmaßnahmen, oder sie bekommen so genannte Ein-Euro-Jobs zugewiesen.
Aus Hesses Sicht sind solche Maßnahmen oft "wenig weiterführend". Seine Devise heißt daher: "Weg vom isolierten Ein-Euro-Job" – und rein ins "AQuA". Im vergangenen Jahr vermittelte ihm das Tübinger Job-Center sechs junge Ein-Euro-Jobber. "Diese Arbeitsgelegenheit soll die Jugendlichen für eine Ausbildung interessieren und ihnen Grundkenntnisse vermitteln."
Original-Artikel Schwäbisches Tagblatt vom 13. Februar 2007 (mit Foto).
November 2005
Zusätzliche Betriebliche Ausbildung in Sozialunternehmen
Erkenntnisse und erste Ergebnisse aus dem Modellversuch "Netzwerk 48 plus"
STUTTGART In Deutschland suchen zur Zeit 640.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz.
Zirka 300.000 Jugendliche zählen zu den "Marktbenachteiligten" und gehören in den Rechtskreis des SGB II – wie Jonny W. Er hatte eine einjährige Berufsfachschule Metall mit ausreichenden Noten abgeschlossen. Im Anschluss daran war er arbeitslos und bezog Sozialhilfe. Inzwischen befindet er sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Industriemechaniker. Ermöglicht wurde diese "zweite Chance" einer betrieblichen Ausbildung durch das Modellprojekt "Netzwerk 48 plus". Jonny W. überzeugt inzwischen durch gute Fräs- und Dreharbeiten und seine mittlerweile erreichte Zuverlässigkeit. Dass er seine Ausbildung in einem Sozialunternehmen, der Rottenburger Gesellschaft für Integration, Beschäftigung und Ausbildung, absolviert, hat für ihn noch weitere Vorteile: Stütz- und Lernsysteme.
Sozialpädagogische Betreuung und Seminare flankieren seinen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben.
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Oktober 2004
25 Jahre Ausbildung und Integration
25 Jahre Metallwerkstatt
Die GIBA feierte ihr Jubiläum.
Das "Schwäbische Tagblatt" schrieb am 25.10.2004 über die Jubiläumsveranstaltung:
Erfolg liegt in der Bildung
90 Gäste feierten 25-jähriges Bestehen der GIBA / Walter Riester sprach
ROTTENBURG (gs). "Politik wird nicht nur in Berlin gemacht, sondern auch hier in Rottenburg", meinte am Freitagabend der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Arbeitsminister Walter Riester. Zum 25-Jahr-Jubiläum der GIBA (Gesellschaft für Integration, Beschäftigung und Ausbildung) war er in die Festhalle gekommen.
Begonnen hatte der Abend mit Beatles-Songs vom Rottenburger Saxophon-Ensemble, eine Premiere für die neun Musiker unter Adrian Oswalt, und einer Reise in die Vergangenheit. Mit dem Puddingkochen verglich der GIBA-Gründungsvater, der Professor für Sozialarbeit Hans-Dieter Will, die Arbeit in der GIBA. "Man muss immer rühren, und man darf nicht vom Herd weggehen." Sein folgerichtiger Ratschlag: "Bleibt rührig, bleibt am Herd und lasst nichts anbrennen!" Als ehemaliger Geschäftsführer des in Reutlingen ansässigen Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe" gab er den Anstoß für eine Metallwerkstatt. Dort sollten aus dem Strafvollzug Entlassene neue Perspektiven erhalten. Nach wie vor will die GIBA, die inzwischen eine gGmbH ist, mit dem Verein als alleinigem Gesellschafter "junge Menschen qualifizieren und über diese Arbeit in die Gesellschaft integrieren", sagte Geschäftsführer Wolfgang Hesse. Inzwischen ist die Einrichtung für alle Jugendlichen offen, die sozial benachteiligt sind.
Warum aber eine Metallwerkstatt? Will nennt die guten Berufsaussichten im Raum als Grund, aber auch die letztlich nicht erfüllte Hoffnung, enger mit dem Strafvollzug zusammenzuarbeiten. Oberbürgermeister Klaus Tappeser wünscht sich jetzt eine Kooperation zwischen GIBA und Rottenburger Betrieben.
Am Freitagnachmittag hatten sich rund 55 Besucher/innen selbst ein Bild vom Betrieb auf dem Gelände der Firma Hüller-Hille gemacht. Dort erklärten auch Auszubildende die Maschinen oder ließen Gäste bei einem Quiz grübeln.
Walter Riester (SPD) erinnerte sich an die Gründungszeit der GIBA, da er als junger Sekretär durch die Metallbetriebe ging. Viele "Schon-Arbeitsplätze" habe er damals gesehen, also Stellen für Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit. "Das sehe ich heute fast nicht mehr", bedauerte er. "Die Anforderungen haben sich geändert." Riester wies darauf hin, dass viele denen nicht mehr gerecht werden könnten.
"Vor zehn Jahren gab es noch 831 000 Ausbildungsplätze für 541 000 Bewerber", so der frühere Minister. Heute seien es 546 000 Plätze und 720 000 Bewerber. "Die Punkte in Hartz sind angelegt auf eine effizientere Vermittlung auf einem Arbeitsmarkt, auf dem es nicht so sehr viel zu vermitteln gibt. Das ist das Problem", kritisierte er.
Dennoch sieht Riester Perspektiven, aber weniger in der Automobilindustrie als im Dienstleistungsbereich und in der Bereitschaft zur Strukturveränderung - mehr "Durchsichtigkeit" im Gesundheitswesen etwa. Die Politik solle Rahmenbedingungen schaffen: Bildung, Ausbildung, Forschung und Entwicklung sind für den 61Jährigen Bereiche, in die das Land gerade zu wenig investiert. Qualifikation ist für ihn das "Erfolgskonzept" der Vergangenheit. Er plädierte auch dafür, "um Gottes Willen" nicht die Schulabgänger ohne Abschluss zu übersehen.
"Der erste Arbeitsmarkt wird keine Brücken entwickeln für die Menschen, die so nicht reinpassen", sagte der Ex-Minister ganz klar. Da seien Organisationen wie die GIBA gefordert, ihr Know-How einzubringen. Riester: "Die Zukunft ist offen, wenn sie in dieser Richtung gestaltet wird."
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